RIETHER im Abschieds-Interview — »Zur Not müssen sie mich heute betäuben!

Freiburg, Wolfsburg, Köln, Fulham, Schalke. Doch jetzt ist Schluss. Mit 36 Jahren macht Sascha Riether Schluss. Das Abschieds-Interview.

BILD: Nach 17 Jahren beenden Sie am Samstag Ihre Karriere. Werden Sie eine Träne vergießen?

Riether: „Nein, ich bin eher der harte Typ (lacht). Im Ernst: Ich hoffe, dass es am Samstag ein schöner Abschluss wird und wir den Fans nochmal einen Sieg schenken können.“

BILD: Sie kämpfen mit Knie-Problemen. Trainer Huub Stevens will Ihnen einen Einsatz aber ermöglichen…

Riether: „Ich versuche alles, dass es klappt. Für ein paar Minuten wird es hoffentlich gehen. Und wenn man mich betäuben muss!“ (lacht).

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BILD: Vier Jahre spielten Sie auf Schalke. Ihr Fazit?

Riether: „Ich habe es sehr genossen. Schalke ist ein besonderer Verein. Ich bin jeden Tag mit großer Freude aufs Gelände gefahren. Klar, diese Saison war hart. Aber ich drücke die Daumen, dass die Fans und der Verein im kommenden Jahr wieder mehr positive Erlebnisse haben werden.“

BILD: Wie sieht Ihre Zukunft aus?

Riether: „Was genau kommt, weiß ich noch nicht. Vielleicht werde ich Trainer.“

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BILD: Könnten Sie sich auch vorstellen, beim Verein zu bleiben?

Riether: „Auf jeden Fall! Ich habe das mit Huub Stevens und Jochen Schneider auch schon mal thematisiert. Wir bleiben da auch sicherlich im Austausch.“

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BILD: Worauf freuen Sie sich nach Ihre Karriere am meisten?

Riether (lacht): „Im Urlaub nicht täglich laufen zu müssen! Und darauf, auch mal einen Döner oder eine Pizza essen zu können, ohne an die Gewichtskontrolle am nächsten Tag denken zu müssen.“

BILD: Schalke hat den Klassenerhalt knapp geschafft. Huub Stevens sagte, seine Mission sei auch deshalb so schwer gewesen, weil der Egoismus mittlerweile überwiege…

Riether: „Ein gewisses Eigeninteresse gehört dazu, es will ja jeder spielen. Die Mannschaft muss aber immer über dem Einzelnen stehen.“

BILD: Was hat sich im Vergleich zu früher verändert?

Riether: „Die Jungen sind mittlerweile in der Überzahl. Heute ist das erste Qualitäts-Merkmal, dass du jung bist. Ab und zu hat man den Eindruck, dass es nur noch ums Alter geht. Und wenn du 30 wirst, wollen sie dich schon mit dem Rollator ins Altersheim fahren. Das war früher anders.“

BILD: Nämlich?

Riether: „Mit 18 hatte ich nur gestandene Spieler um mich herum. Beim Kreis spielen musste ich immer in die Mitte. Selbst, wenn andere einen Fehler gemacht haben. Ich habe mich dann aber auch nicht getraut etwas zu sagen, weil ich sonst wahrscheinlich umgegrätscht worden wäre.“

BILD: Als erfahrener Spieler waren Sie zuletzt vor allem Ansprechpartner für die jüngeren…

Riether: „Ich glaube einfach, die Mischung macht’s. Natürlich kann es funktionieren, wenn man viele Junge hat. Es sind aber immer auch erfahrenere Spieler wichtig, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es braucht mehr als nur die 11 Spieler auf dem Platz.“

BILD: Was unterscheidet die heutige Spielergeneration von Ihrer?

Riether: „Sie sind anders aufgewachsen. Bei mir gab es damals noch kein Instagram, da konnte keiner täglich lesen, wie – übertrieben gesagt – toll er ist, wie gut er aussieht und wie toll er Fußball spielt. Ich glaube, wir müssen uns einfach daran gewöhnen…“

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BILD: Wie meinen Sie das?

Riether: „Das Spektakel und die Klicks werden immer wichtiger. Das hat ja manchmal eher weniger mit Fußball zu tun. Jeder will seine Likes haben, diese Anerkennung suchen viele. Das wird sich, glaube ich, eher noch verstärken, als dass man es ändern könnte.“

BILD: Wie kann man das in den Griff bekommen?

Riether: „Du brauchst halt auch gewisse Typen in der Mannschaft, die den Laden zusammenhalten. Man muss das schon kontrollieren und darauf achten, dass es nicht ausartet. Damit nicht andere Dinge wichtiger werden als die Leistung auf dem Platz.“

BILD: Wessen Aufgabe ist das?

Riether: „Der Trainer alleine kann das nicht machen. Natürlich gehört das zu seinen Hauptaufgaben, aber er kann nicht jeden Tag überall sein. Das sind auch Aufgaben der Spieler selbst.“

Источник: Bild.de

Источник: Corruptioner.life

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